Der Tod des SEK - Beamten Roland Krüger
Er hinterlässt seine Lebensgefährtin und zwei Kinder (1 und 16Jahre alt.)
Im Zusammenhang mit einer gewalttätigen Auseinandersetzung vom 18. April 2003 vor der Diskothek „Jungle Club" in Berlin-Rudow, Rudower Straße, sollten am heutigen Tage zwei Personen wegen des Tatverdachts des gemeinschaftlich versuchten Mordes festgenommen werden. Hintergrund war eine Auseinandersetzung zwischen Angehörigen der Türsteherszene, die in eine Messerstecherei eskalierte, bei der ein Opfer durch einen Messerstich so verletzt wurde, dass es sich derzeit im Koma befindet. Hintergrund der Tat könnten sowohl Auseinandersetzungen unter Großfamilien aber auch Streitigkeiten im Zusammenhang mit Straftaten bzw. Revierkämpfe sein. Während ein Tatverdächtiger in Berlin-Wedding festgenommen werden konnte, kam es im Zusammenhang mit der zweiten Festnahme in Berlin-Neukölln zu einem Schusswaffengebrauch durch die dort angetroffenen Tatverdächtigen.Das SEK Berlin erhielt im Rahmen eines gemeinsamen Einsatzes mit dem MEK unter der Führung des LKA 211 den Auftrag, die Festnahme in der Kienitzer Str. 33 durchzuführen. Es war davon auszugehen, dass sich in der Wohnung Tatverdächtige und weitere Personen befanden. Die Gefährdungsanalyse ergab, dass die in der Wohnung befindlichen Täter und eventuell auch weitere Personen gewalttätig und bewaffnet sein würden. Es war sowohl von einer Bewaffnung mit Hieb- und Stichwaffen wie auch Schusswaffen auszugehen.
Für das Objekt im Erdgeschoss wurde eine Gruppe SEK-Beamte eingeteilt. Der an der Spitze des Eindringtrupps befindliche Roland Krüger – wie üblich – mit Schutzschild und Helm ausgerüstet.
Gegen 16.30 Uhr wurde die Tür der Wohnung gewaltsam geöffnet und es fand ein schnelles Eindringen unter lauten Rufen: "Polizei, Polizei" statt. Am Ende eines ca. 5 Meter langen Wohnungsflures befanden sich mehrere männliche Personen, die sofort das Feuer aus einer Handfeuerwaffe auf die eindringenden SEK-Beamten eröffneten.
Roland Krüger und eine weiterer Beamter wurden getroffen und fielen zu Boden.
Trotzdem gelang es den restlichen Einsatzkräften ohne eigene Schussabgabe die Täter am Boden zu fixieren und festzunehmen.
Roland Krüger wurde trotz seiner Schutzausstattung lebensgefährlich verletzt. Er wurde sofort von den Rettungssanitätern des SEK erstversorgt und von der Besatzung des schnell eintreffenden Notarztwagens mehrfach reanimiert. Im Krankenhaus wurde um 17.41 Uhr der klinische Tod festgestellt. Er erlag seinen Verletzungen am 27.04.2003.
Der zweite Beamte erlitt Schussverletzungen, die nach Erstversorgung durch die Rettungssanitäter zurzeit in einem Krankenhaus weiter behandelt werden. Lebensgefahr besteht nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht.
Die vorlaufenden Ermittlungen mit Tatzeitpunkt 18.04.2003 richteten sich gegen mehrere Beschuldigte im Alter zwischen 26 und 43 Jahren, die in Berlin mit ungeklärter Staatsangehörigkeit seit mehreren Jahren aufhältlich sind. Als Geburtsort ist gegenüber der Ausländerbehörde Berlin jeweils Beirut angegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um libanesische Kurden bzw. Angehörige einer libanesisch-kurdischen Großfamilie, die als Bürgerkriegsflüchtlinge einen ausländerrechtlichen Status in Berlin erworben haben.
Die hier bekannt gewordenen Tatverdächtigen und ihre Bezugspersonen sind seit längerer Zeit Gegenstand von kriminalpolizeilichen/staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und sind in erster Linie mit Gewaltdelikten bekannt geworden. Ihre Aktivitäten suchten sie in der Türsteherszene, sie haben dort Funktionen als Türsteher mit illegalen Beschäftigungsverhältnissen wahrgenommen. Soweit hier die Diskothek „Jungle" benannt ist, ist eine wirtschaftliche Verbindung zu einem privaten Sicherheitsdienst, geführt von Strohleuten, vorhanden. Für diesen privaten Sicherheitsdienst waren neben den bereits genannten mutmaßlichen libanesischen Kurden auch deutsche Staatsangehörige illegal tätig, die ebenfalls schon mehrfach wegen unterschiedlicher Gewaltdelikte, wegen Vergehen nach dem Waffengesetz und wegen BTM-Handels bekannt geworden sind.
Eine der angetroffenen Bezugspersonen, die heute mit festgenommen wurde, ist letztmalig im Jahre 2000 zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren wegen räuberischer Erpressung verurteilt worden. Die Beschuldigten sind insgesamt mehrfach polizeilich wegen diverser Gewaltdelikte bis hin zum besonders schweren Landfriedensbruch in Erscheinung getreten.
Die Ermittlungen habe inzwischen ergeben,dass als Täter der 33 Jährige Yassin A. in Betracht kommt.
>Das ist der Tote SEK - BEamter Roland Krüger <
<-- Das Bild zeigt traurige Beamte Minuten nach dem Tod ihres Kollegen
<-- Das Bild zeigt einen Polizist mit seinen Kollegen wie der Einsatz ablaufen soll oder wer den Polzisten erschossen hat
<-- Dieses Bild zeigt nach den Totesschüsse das der Tatort weiträumig abgespeert ist.
Gesuchter Gewalttäter erschoss SEK–Beamten
Weiterer Polizist bei Einsatz in Neukölln verletzt / 33-Jähriger sollte wegen Messerstecherei festgenommen werden
Mittwoch, 23. April 2003
Schießerei in Berlin
Polizist im Einsatz getötet
Bei einer Schießerei in Berlin ist am Mittwoch ein 37 Jahre alter Polizist getötet worden. Beamte eines Sondereinsatzkommandos wollten nach Angaben eines Sprechers im Stadtteil Neukölln einen Mann festnehmen, der mit Haftbefehl gesucht wurde. Der Mann eröffnete sofort das Feuer.
Bei der Schießerei wurden zwei Beamte verletzt. Einer starb später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Der zweite Polizist wurde nicht lebensgefährlich verletzt. Gegen den gesuchten Mann liegt ein Haftbefehl wegen Messerstecherei und versuchten Mordes in Berlin vor. Unterdessen wurden vier Personen festgenommen.
Kleines Mädchen verlor seinen Vater
Am Abend teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz Einzelheiten mit. Der 37-jährige Beamte war als erster in die Wohnung eingedrungen und durch einen Schuss zwischen Helm und Schutzschild im Gesicht getroffen worden. Er hinterlässt eine Lebensgefährtin und eine einjährige Tochter. Der zweiter Beamter wurde durch mehrere Schüsse in den Körper verletzt. Er schwebt den Angaben zufolge aber nicht in Lebensgefahr.
Es war ein Standardeinsatz
Die nachfolgenden Beamten nahmen ohne den Einsatz von Schusswaffen vier Männer in der Wohnung fest, darunter auch den Schützen. Wer jedoch genau geschossen hat, kann die Polizei bisher nicht mit Sicherheit sagen. Ebenfalls stehe bislang nicht fest, ob der gesuchte Tatverdächtige unter den vier festgenommen Männern ist. In der Wohnung waren auch mehrere Frauen und ein kleines Mädchen, die bei dem Einsatz nicht zu Schaden kamen.
Nach Angaben des Leiters des SEK-Kommandos, Jörg Manske, handelte es sich um einen Standardeinsatz. Die Polizeibeamten seien auf einen möglichen Angriff mit Stich- oder Schusswaffen vorbereitet und dementsprechend ausgerüstet gewesen. Der Ausgang dieses Einsatzes sei sehr bedauerlich, aber nicht auf ein unprofessionelles Vorgehen zurückzuführen, sagte Manske.
Türsteher-Streit ist Hintergrund
Nach Angaben von Staatsanwalt Michael von Hagen ist der Hintergrund der Polizeiaktion eine gewalttätige Auseinandersetzung vom 18. April vor einer Discothek in Berlin-Rudow. Damals war ein Streit zwischen Angehörigen der Türsteher-Szene so eskaliert, dass ein Discotheken-Besucher durch einen Messerstich schwer verletzt wurde. Das Opfer liege immer noch im Koma. Deshalb seien am Mittwoch Haftbefehle wegen versuchten Mordes gegen zwei Tatverdächtige ausgesprochen worden. Einer der beiden Tatverdächtigen konnte in Berlin-Wedding festgenommen werden, der zweite sollte bei der Aktion in Neukölln überwältigt werden.
Alle Beteiligten an der Auseinandersetzung vor der Discothek sind nach bisherigen Erkenntnissen libanesische Kurden beziehungsweise Angehörige einer libanesisch-kurdischen Großfamilie. Sie seien bislang vor allem durch Gewaltdelikte auffällig geworden, hieß es. Bisher sei unklar, ob es sich dabei um Auseinandersetzungen unter Großfamilien oder um Revierkämpfe in der Türsteher-Szene handele, sagte Uwe Schmidt, Abteilungsleiter im Landeskriminalamt.